Schiedsrichter rettete nur der Polizeischutz

Junger Schiri will nicht mehr pfeifen Attacken gegen Unparteiische fast jede Woche und auch beim Nachwuchs RIED/TRAUNKREIS Wilde Szenen spielten sich am Samstag beim Fußballspiel Ried im Traunkreis (Bez. Kirchdorf) gegen Pinsdorf ab. Weil der Schiri einen Treffer gegen die Heimmannschaft aus abseitsverdächtiger Position gab, stürmte der Rieder Trainer aufs Feld, es kam zu Tumulten und ein Spieler sah Rot. Der Unparteiische musste in der 85. Minute das Spiel abbrechen. Doch das war nicht das Ende. Beim Verlassen des Platzes habe der ausgeschlossene Spieler ihn mit der Faust auf den Rücken geschlagen, die Zuschauer hatten ihn mit Getränken angeschüttet, so der Schiedsrichter. Zwei zu Hilfe gerufene Polizeistreifen verhinderten Schlimmeres. Nun wird es ein Nachspiel geben: Der junge Unparteiische kündigte dem Obmann der Schiedsrichter Fritz Schachhuber an, bis auf weiteres nicht mehr zu pfeifen. Das Schiedsgericht wird vermutlich Sanktionen gegen die Vereine beschließen. Schachhuber stellt sich hinter seinen Schützling: „Bedrohungen und verbale Attacken gegen uns Unparteiische kommen fast jede Woche vor, auch schon bei Nachwuchsspielen.“ Das will der Obmann abstellen, ansonsten würde keiner gerne Schiedsrichter sein „heute schon fehlen 100 Schiris in Oberösterreich“.

OÖ. Volksblatt vom 24. Oktober 2005